Hier ist alles möglich: Open Space
Die bis zu 1.000 Teilnehmer bringen nach einer kurzen Einführung ihre eigenen
Themen ein. Arbeitsgruppen entwickeln die eingebrachten Themen in ca.
1-stündigen Workshops in hoher Selbstorganisation. Die Open Space Technology
setzt als sehr offene Methode Energien frei und ermöglicht den Teilnehmenden,
voneinander zu lernen. (Die Methode ähnelt strukturell den populären BarCamps.)
Der große Erfolg von Open Space liegt in der Schlichtheit dieser Methode:
Alle, die zum ersten Mal damit in Kontakt kommen, sind fasziniert, dass sich 30
bis 1.000 und mehr Personen selbst organisieren und Ergebnisse produzieren, die
weit über die anfänglichen Erwartungen hinaus gehen. Keine Großgruppenmethode
setzt den Glauben in das Potenzial der Menschen so konsequent in die Praxis um
wie Open Space.
Das Dorfpalaver, wie er es in Liberia kennen gelernt hat, und das kreative
Potenzial von Kaffeepausen haben Harrison Owen zur Entwicklung des Prinzips Open
Space inspiriert. Entsprechend ist Open Space konzipiert: Das Leitungsteam
begrüßt die Teilnehmenden, die im Kreis sitzen und umreißt das Generalthema in
groben Zügen. Der Moderator stimmt in die Thematik ein. Die Tagesordnung wird
auf einer etwa 15 Meter langen Wand entstehen – sie ist zu diesem Zeitpunkt noch
völlig leer und nur in einzelne Zeitabschnitte eingeteilt.
Alle Teilnehmenden, die ein Thema einbringen möchten, das zum Generalthema
der Konferenz passt, werden in die Mitte des Kreises gerufen. Sie nennen ihr
Thema übers Mikrophon und hängen es am Anschlagbrett aus. Bei Eröffnung des
Marktplatzes tragen sich alle Interessenten dort ein, wo sie mitarbeiten wollen.
In jedem der vorgesehenen rund eineinhalbstündigen Zeitabschnitte stehen Themen
zur Auswahl.
Die wenigen Spielregeln von Open Space:
Wer immer sich in eine Gruppe begibt, ist richtig.
Alles ist freiwillig und alles ist möglich.
Welche Überraschung auch immer geschieht, sie ist ok.
Es beginnt, wann es beginnt.
Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.
Zudem gilt das Gesetz der zwei Füße: Jeder kann kommen und gehen,
wann es ihm passt.
Die Gruppen werden ermuntert, am Schluss des Themenworkshops einen
Bericht zu erstellen.
In den Workshops arbeitet jede Person dort mit, wo sie möchte – Wechseln
erlaubt. In der Regel werden die Gruppenergebnisse nicht im Plenum präsentiert,
sondern vom Themen-Initiator noch während der Konferenz dokumentiert und zur
Verfügung gestellt. Manchmal wird gemeinsam priorisiert, oft entstehen
Arbeitsgruppen von Leuten, die sich weiter mit einem Thema beschäftigen möchten.